Herzlich willkommen!

Meine Tätigkeit in einem Wort zusammenfassen...? Wenn ich danach gefragt werde, muss ich oft schmunzeln. Denn es gibt eigentlich nur ein Wort, was es wirklich trifft - und das ist "vielseitig". Will ich das genauer erklären, muss ich weiter ausholen und blicke dabei nicht selten o verdutzte Gesichter. Meine Geschichte #1 "Was machst du?" erzählt genau diese Szene...ulkige o

#1: "Was machst du?"

Abends auf einer Geburtstagsfeier. Es sind schon viele Gäste da, der Tisch ist reichlich gedeckt und die Stimmung gut. Die meisten Leute kenne ich nicht. Ich geselle mich also irgendwo dazu und beginne ein Gespräch. Es läuft wie immer. Man unterhält sich übers Essen, das Wetter, Smartphone-Apps, ...

"Langweilig", denke ich, bin aber dennoch entschlossen, durchzuhalten. Schließlich gibt es eine Frage, die für jedes  ordinäre Gespräch die entscheidende Wendung bringen kann: die Frage nach dem Beruf. Ein "Ja echt? Cool! Erzähl mal!" und der Abend ist gerettet.

Und schon geht's los... 

"Was machst du?" fragt mein Gegenüber, als hätte er meine Gedanken gelesen.

"Ich bin selbstständig", antworte ich.

"Aha. Welche Branche?"

"Landwirtschaft, Gastronomie, Fitness, Fotografie und Journalismus", entgegne ich schmunzelnd, wohlwissend, dass ich gleich in ein verdutztes Gesicht ich blicken werde.

Es folgt eine kleine Pause, in der sich mein Gegenüber offensichtlich versucht vorzustellen, wie das zusammen passt. Wieder ein "Aha". Diesmal mit einem großen Fragezeichen im Gesicht. "Was machst du da genau?"

"Reden, schreiben, beraten, fotografieren, bewegen, entspannen, begeistern, erklären, organisieren."

Mein Gegenüber schüttelt lachend den Kopf. "Du bist verrückt." 

Jetzt muss auch ich lachen und will ihn nicht länger auf die Folter spannen.

"Meine Familie hat einen Erlebnisbauernhof mit Café", beginne ich zu erzählen, "der Almthof in Appen, vielleicht schon mal gehört. Bei uns kann man Torten essen, Kaffee trinken und parallel moderne Landwirtschaft live erleben: Kühe streicheln, beim Melken zugucken, die Kinder im Stroh toben lassen und vieles mehr. Im Café unterstütze ich meine Mutter im Management, im Stall besame ich die Kühe. Zu uns kommen auch viele Schulklassen und Kindergärten auf den Hof, denen ich in Führungen zeige, woher die Milch kommt und erkläre, was unsere Kühe den ganzen Tag machen. 

Was Fitness, Fotografie und Journalismus betrifft, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Ich habe meine Hobbys zum Beruf gemacht."

Nach diesem Satz mach ich eine Pause. Das Gesicht meines Gegenübers hat sich zwischenzeitlich entspannt, von der kraus gezogenen Stirnfalte und dem "Fragezeichen" ist nichts mehr zu sehen.

"Das ist wirklich vielseitig", resümiert er und schüttelt wieder lachend den Kopf. 

 

Es folgte ein unterhaltsames Gespräch über Berufswahl und Berufserfahrungen. Der Job meines Gegenübers war übrigens nicht minder interessant, aber das ist eine andere Geschichte... Der Abend war mit dem Thema jedenfalls gerettet!